Denkschriften der philosophisch-historischen Klasse, 565
Band
2 der Serie „Inschriften in Wohnhäusern“ ist der schriftlichen
Hinterlassenschaft antiker Wohnbauten in der heutigen Türkei und der
Insel Zypern gewidmet. Wie in Band 1 handelt es sich um Residenzen von
Angehörigen der Oberschicht. Der zeitliche Rahmen umfasst die
hellenistische Zeit, die Kaiserzeit und die Spätantike, wobei sich der
Schwerpunkt aufgrund der Grabungsplätze und des erhaltenen Materials auf
die Spätantike verlagert hat. Inschriften auf fixen
Architekturelementen – auf Stein, auf Mosaiken und Wandmalereien – sind
hier ebenso erfasst wie solche auf steinernem Mobiliar, Altären und
Gegenständen aus Stein, Metall, Bein und Keramik (instrumentum
domesticum). Aufgrund der Überlieferungssituation sind ein Großteil der
im vorliegenden Band aufgenommenen epigraphischen Zeugnisse geritzte und
gemalte kaiserzeitliche Graffiti aus Ephesos. Diese befinden sich auf
Oberflächen, die nicht ursprünglich zur Beschriftung vorgesehen waren.
Deshalb widmen sich die Autorinnen diesmal ausführlich der Untersuchung
des Gegensatzes zwischen diesen Inschriften und denjenigen, denen eine
längere Planung durch Auftraggeber*innen vorausging. Inschriften, die
Aufschluss über Kultausübung und Religionszugehörigkeit geben, ist
ebenfalls viel Platz eingeräumt. Generell geht es um die Funktion von
und den Umgang mit Inschriften im häuslichen Bereich, die sich aus den
Inhalten, der Art und den Orten der Platzierung, der sich daraus
ergebenden Sicht- und Lesbarkeit sowie der Erfassung und Rezeption durch
ein Publikum ableiten lassen.
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