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Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018

Die vorliegenden Bände bilden die Abschlusspublikation des 19.
Internationalen Kongresses für Klassische Archäologie, der vom 22. bis
26. Mai 2018 unter der Ägide der ‘Associazione Internazionale di
Archaeologica Classica (AIAC)’ in Köln und Bonn abgehalten wurde. Unter
dem Titel ‘Archaeology and Economy in the Ancient World’ beschäftigten
sich mehr als 900 Einzelvorträge, gegliedert in 11 Sektionen und 128
Panels mit unterschiedlichsten Fragen zur antiken Wirtschaftsgeschichte.
Tatsächlich durchdringen wirtschaftliche Aspekte alle Bereiche des
öffentlichen und privaten Lebens in alten Gesellschaften, sei es in der
Stadtentwicklung, der Religion, der Kunst, dem Wohnen oder dem Tod. Die
Erforschung der antiken Wirtschaft spielt seit langem eine wichtige
Rolle in der Alten Geschichte. In den letzten Jahrzehnten ist aber auch
in der Archäologie zunehmend das Bewusstsein gewachsen, dass die
materielle Kultur alter Gesellschaften ausgezeichnete Möglichkeiten
bietet, die Struktur, Leistung und Dynamik alter Wirtschaftssysteme und
Wirtschaftsprozesse zu untersuchen. Hauptziel dieses Kongresses war es
daher, die Ökonomie als ein zentrales Element der klassischen
Gesellschaften zu verstehen und ihre Wechselwirkung mit ökologischen,
politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Hintergründen zu
analysieren. Das Thema des Kongresses richtete sich an alle Disziplinen,
die sich mit der griechisch-römischen Zivilisation und ihren
Nachbarkulturen von der ägäischen Bronzezeit bis zum Ende der Spätantike
befassen.
In der vorliegenden Reihe werden schrittweise 52 dieser
Panels als eigenständige Themenbände vorgelegt. Am Ende des
Publikationsprozesses soll zudem eine gebündelte Fassung aller Beiträge
verfügbar gemacht werden
Ute Kelp (Hrsg.),
Wolf-Rüdiger Teegen (Hrsg.)
Die Analyse antiker Gesellschaften jenseits
politischer Systeme, Hauptakteure und Eliten ist in hohem Maße auf
archäologische Hinterlassenschaften angewiesen. Zahlreich erhalten sind
Gräber und Grabdenkmäler, die als Primärzeugnisse eine aussagekräftige
antike Quellengattung darstellen. Allerdings können Nekropolen und
Bestattungen weder als Spiegel sozialer Verhältnisse gewertet werden,
noch ist eine dichotomische Darstellung der Gesellschaft als Gegensatz
zwischen reichen Eliten und einer Masse von mehr oder weniger Armen
angemessen. Stattdessen ist eine Kombination verschiedener Kriterien für
eine weiterführende Gräberanalyse notwendig. Insbesondere menschliche
Skelette sind erstklassige bio-historische Quellen, denn Wohlstand und
Gesundheit stehen auch in der Antike in unmittelbarem Zusammenhang und
menschliche Überreste verraten anhand der Untersuchung von Ernährung und
Gesundheit viel über den Status der Verstorbenen.
Die Beiträge in diesem Band thematisieren das Verhältnis zwischen
materieller Kultur, Gesundheit und gesellschaftlichem Status, wobei in
der Funeralarchäologie verschiedene methodische Ansätze aus den
archäologisch-historischen Wissenschaften sowie den Sozial- und
Naturwissenschaften zur Anwendung kommen. Die Gräber nicht zur Elite
zählender Bevölkerungsgruppen werden zum einen mit Blick auf das soziale
Gefüge und den Lebensstil der Verstorbenen erforscht, zum anderen
hinsichtlich der Vorstellungen und Ideologien der Hinterbliebenen, die
im Bestattungsvorgang und durch die Praktiken am Grab zum Ausdruck
kommen. Der Band vereinigt eine Reihe von Fallstudien, die als
Kontextanalysen deutlich über den Grabbereich hinausweisen.
Raffaella Da Vela (Hrsg.)
Archäologische Studien zu Migranten
konzentrieren sich in der Regel auf ihre Rolle in
Produktionsaktivitäten, entweder als Teil der Erwerbsbevölkerung oder
als spezialisierte Handwerker, die von lokalen Unternehmern, Familien
oder öffentlichen Institutionen abhängig sind. Dieses Buch zielt darauf
ab, diesen einseitigen Diskurs über die Abhängigkeit von Migranten zu
überwinden und einen alternativen Ansatz vorzuschlagen, indem es
Migranten als Akteure im Wirtschaftsleben antiker Gesellschaften
untersucht. Die wirtschaftliche Dimension der Migration wird somit als
Teil der komplexen Dynamik von Integration und Segregation in lokalen
Gemeinschaften analysiert. Migranten werden als Konsumenten,
Kulturvermittler, soziale Aufsteiger, Vermittler anderer Lebensstile und
als "Auslöser" für Innovationen betrachtet. Die Beiträge in diesem Band
schlagen neue Methoden und Interpretationswege vor und behandeln ein
breites Spektrum von Fallstudien vom mittleren Reich Ägyptens bis zur
Bronze- und Eisenzeit des westlichen Mittelmeerraums, vom klassischen
Griechenland bis zum hellenistischen Etrurien und schließen mit der
Przeworsker Kultur Pannoniens. Unter Überwindung der binären Gegensätze,
die gewöhnlich zwischen Kolonisten und indigenen Völkern, Einheimischen
und ‘Eingeschmeckten’ aufgebaut werden, zeigt dieses Buch auf, wie
wirtschaftliche Mentalitäten Teil einer größeren Verstrickung
persönlicher, sozialer und wirtschaftlicher Identitäten sind.
Johannes Bergemann
(Hrsg.),
Mario Rempe (Hrsg.)
Im Rahmen der Veranstaltung wurden
archäologische Landschaftsstudien und paläoökologische Rekonstruktionen
vorgestellt und auf diese Weise die Wechselwirkungen zwischen Mensch und
Umwelt beleuchtet. Die Verbindung von Archäologie und Geowissenschaften
machte an mehreren Orten in Magna Graecia und Sizilien verschiedene
Muster dieser Wechselwirkungen sichtbar.
Die Ansätze kombinierten
archäologische Methoden mit Geoarchäologie, Palynologie, Archäozoologie
und Klimageschichte. Die Fallstudien erstreckten sich über einen langen
Zeitraum und reichten bis in die frühen Phasen der griechischen
Besiedlung Siziliens zurück. Darüber hinaus wurden Verschiebungen in der
Siedlungsdynamik zwischen römischer und griechischer Zeit beobachtet
und Hypothesen aus einer paläoökologischen Perspektive aufgestellt.
Gleichzeitig wurden die wirtschaftlichen und sozialen Implikationen und
ihre Auswirkungen auf die Daten untersucht. Die Beispiele stammten
sowohl aus der Surveyarchäologie als auch aus bei Ausgrabungen
gewonnenen Proben.
Christof Berns (Hrsg.),
Sabine Huy (Hrsg.)
Das gewachsene Forschungsinteresse an den
Verflechtungen von soziokulturellen und physischen Räumen hat u. a. dazu
geführt, Wasserläufe als gestaltende Faktoren von Gesellschaften und
ihren Wirtschaftssystemen wahrzunehmen. Flusslandschaften weisen
spezifische Bedingungen auf, die das Leben von Menschen vielfach
beeinflusst haben. Flüsse bieten als natürliche Ressourcen besondere
Möglichkeiten für wirtschaftliche Aktivitäten. Sie können beispielsweise
sowohl als Verbindungsadern als auch als Grenzlinien fungieren. Die
Beiträge unseres Panels beschreiben Flüsse als dynamische Faktoren
antiker Lebenswelten. Die Aufsätze dieses Bandes konzentrieren sich auf
die Wechselbeziehung zwischen Flusslandschaften und den wirtschaftlichen
Gewohnheiten ihrer Bewohner. Die Fallstudien decken ein breites
zeitliches wie geographisches Spektrum ab und diskutieren Phänomene wie
geomorphe und anthropogene Veränderungen von Flüssen, die Rolle von
Flüssen als Transport- und Handelswege und ihre Auswirkungen auf
Siedlungsmuster.
Max Engel (Hrsg.),
Friederike Stock (Hrsg.),
Helmut Brückner (Hrsg.)
Die Küsten des Mittelmeers sind hochdynamische
Landschaftbereiche, die sich innerhalb der vergangenen etwa sechs
Jahrtausende im Fall progradierender Deltaebenen um bis zu mehrere
Zehner Kilometer lateral verschoben haben. Dieser Prozess führte zur
Gefährdung zahlreicher antiker Hafenanlagen und schließlich auch zu
deren Trennung von der Küste, was schwerwiegende politische und
ökonomische Folgen für die städtischen Zentren und ihr Hinterland mit
sich brachte. Gleichzeitig führte der Anstieg des relativen
Meeresspiegels stellenweise zur Versalzung von Grundwasserleitern und
demnach zu nachteiligen Auswirkungen auf die landwirtschaftliche
Produktion. Diese Sammlung an Beiträgen des Panel 2.3 „Coastal
geoarchaeology in the Mediterranean – on the interdependence of
landscape dynamics, harbour installations and economic prosperity in the
littoral realm“ behandelt diese Themen für verschiedene B+ereiche des
Mittelmeerraums in den letzten 2500 Jahren. Die dargestellten Studien
zeigen erfolgreich, wie geowissenschaftliche Daten entweder zur
Lokalisierung von Häfen beitragen oder wie sie die Interpretation
archäologischer Überreste und Literaturquellen antiker Autoren
maßgeblich unterstützen. Jeder Beitrag ist insofern ein eindrucksvolles
Beispiel für die Relevanz interdisziplinärer Ansätze in der Archäologie,
wie sie im Konzept der Geoarchäologie zusammengefasst sind.
Eurydice Kefalidou (Hrsg.)
Flüsse waren schon immer eine wichtige Stütze
für die Wirtschaft. Sie versorgten Menschen und Tiere mit Wasser,
bewässerten das Land, erleichterten Kommunikation und Handel durch
kleine Schiffe oder Flöße, unterstützten industrielle Aktivitäten,
bildeten reiche Jagdgründe für Fischer und Jäger und boten Rohstoffe wie
Sand, Kies und Placer-vorkommen von kostbaren Metallen - darunter sogar
Gold. Gleichzeitig schufen die Flussdeltas und Sumpfgebiete der Flüsse
eine unwirtliche Umgebung, die für eine Besiedlung ungeeignet war,
insbesondere in Zeiten von Überschwemmungen. Darüber hinaus verbanden
Flüsse das Meer und die Küstenzone mit dem Hinterland und ermöglichten
so die Interaktion zwischen den Bevölkerungen, die diese Gebiete
bewohnten, oft Einheimische und Kolonisten/Händler.
Die Panels 2.4
und 2.7 befassen sich mit den vielfältigen Facetten einiger
Flusslandschaften im mittleren und östlichen Mittelmeerraum. Panel 2.4
untersucht das ägäische Thrakien, d.h. den nordöstlichen Teil
Griechenlands und den europäischen Teil der Türkei. Panel 2.7 befasst
sich mit drei Flusstälern in zwei verschiedenen Gebieten: Athen und
Attika mit dem Fluss Ilissos; und Nordostitalien mit den Flüssen, die in
den Gebieten von Verona und Parma fließen.
Die Beiträge befassen
sich mit Themen wie der Neugestaltung der antiken Flussrouten, den
Siedlungs- und Nutzungsmustern, die sich um sie herum bildeten, den
Grenzen der Chora verschiedener Städte, Ortschaften, Dörfer und Gehöfte
sowie der Kommunikation oder den Spannungen zwischen verschiedenen
Gruppen, die sich aus ökologischen und/oder wirtschaftlichen Gründen
über ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet hinaus ausdehnten oder es
verließen.
Mehmet Işikli (Hrsg.)
Das ostanatolische Hochland war aufgrund seiner
sehr spezifischen Lage eine der herausragenden Subregionen des alten
Nahen Ostens. Diese Region mit ihren schwierigen geographischen und
klimatischen Bedingungen liegt zentral zwischen Nordmesopotamien, dem
Südkaukasus, dem nordwestlichen Iran und Zentralanatolien, die alle
wichtige Kulturregionen des Nahen Ostens waren. Das ostanatolische
Hochland hat eine wichtige Rolle in den wirtschaftlichen Netzwerken und
kulturellen Beziehungen gespielt, die sich im Laufe der Zeit zwischen
den südlichen und nördlichen Regionen entwickelten. Trotz seiner
schwierigen Geographie und der eher ungünstigen klimatischen Bedingungen
war diese Region aufgrund ihrer strategischen Lage und ihres Reichtums
an natürlichen Ressourcen und Rohstoffen im Laufe der Zeit die Heimat
viele Kulturen und Gesellschaften. Die archäologischen Funde zeigen,
dass die anfänglichen Perioden der Zentralisierung und Staatsbildung in
der Region mit Urartu begannen und sich im Laufe der Zeit fortsetzten.
Der bedeutendste Beitrag hierzu war die Tatsache, dass das Hochland
aufgrund seiner strategischen geographischen Lage als Transitregion
fungierte. Danach lassen sich die wirtschaftlichen und politischen
Strukturen in dieser Bergregion des Nahen Ostens leichter beobachten.
Die wirtschaftlichen Strukturen dieser Randzone des antiken Vorderen
Orients werden in dieser Session von der Urartu-Zeit bis zum Ende der
Spätantike analysiert.
Eleni Hasaki (Hrsg.),
Martin Bentz (Hrsg.)
Forscher haben unterschiedliche, sowohl
traditionelle als auch experimentelle Ansätze verfolgt, um den Umfang
handwerklicher Produktion zu bestimmen, eine wichtige Grundlage für
Aussagen zur antiken Wirtschaft. In diesem Panel werden neue
Berechnungsmethoden vorgestellt: zur Größe von Werkstätten und ihrer
Belegschaft, zum Zeitaufwand für den gesamten Herstellungsprozess von
Produkten, zur Bedarfsmenge bzw. zur Nachfrage der Bevölkerung nach
bestimmten Produkten sowie zum heute erhaltenen Anteil antiker
Produktionsmengen. Methoden, die teilweise von benachbarten Disziplinen
entwickelt wurden, helfen, das archäologische Material neu zu
interpretieren. Durch Anwendung der sozialen Netzwerkanalyse und durch
Berechnungen der Arbeitsleistung einzelner Handwerker, der Bauwirtschaft
und des Verhältnisses von Produktions- und Konsumptionsmengen soll ein
besseres Verständnis der Leistungsfähigkeit und des Umfangs des
Handwerks in Griechenland und in den griechischen Kolonien geschaffen
werden. Archäologen und Wirtschaftshistoriker nutzen hierbei, vor allem
auf der Mikro-Ebene, Variablen wie die Rohstoffbeschaffung, den Einsatz
von Arbeitskraft, gegenseitige Abhängigkeiten verschiedener Handwerke,
Ausbildungszeiten und Nachfragezahlen. Chronologisch reicht der Rahmen
von der Prähistorie bis in die klassische Zeit, geographisch liegt der
Fokus auf Griechenland und Italien, thematisch auf Keramik, aber auch
auf Fußbodenbelägen sowie Grabarchitektur.
Jean-Pierre Brun (Hrsg.),
Nicolas Garnier (Hrsg.),
Gloria Olcese (Hrsg.)
Ziel dieses Bandes ist es, mit Hilfe von
Archäologie, Archäometrie, Archäobotanik und Molekulararchäologie neue
Daten und aktuelle multidisziplinäre Projekte zum Weinbau in der Antike
vorzustellen; und zwar sowohl zur Weinherstellung und -verbreitung als
auch zu den Behältern, in denen der Wein aufbewahrt wurde.
Die Studien in diesem Band konzentrieren sich auf Italien und seine
Beziehungen zu anderen Gebieten (Spanien, Malta), um unsere Kenntnisse
über die Veränderungen in der Agrarlandschaft zu vertiefen. Ein weiterer
Schwerpunkt sind Weinproduktionsanlagen, die bisher noch wenig
erforscht sind, wie z.B. in den Fels eingearbeitete Behälter.
Die fortschreitende Entwicklung technischer Analysemöglichkeiten
ermöglicht nach und nach die Beantwortung der alte Frage der
Unterscheidung zwischen Produktionsanlagen für Wein und Olivenöl. Es war
bekannt, dass für beide Produkte die gleichen Pressen verwendet werden,
aber jetzt können durch die systematische Flotationsanalyse Olivenkerne
oder Traubenkerne zum Vorschein kommen, und biochemische Analysen in
der Gaschromatographie oder Flüssigkeitschromatographie in Verbindung
mit der Massenspektrometrie liefern heute sehr zuverlässige Ergebnisse
über die Rückstände in den Fässern.
Im zweiten Teil des Bandes werden einige neue archäologische und
archäometrische Daten zur Herstellung und Verbreitung von Weinamphoren -
die von der tyrrhenischen Küste Italiens, Spaniens und Afrikas stammen -
in Italien und im westlichen Mittelmeerraum vorgestellt, deren
Untersuchung ebenfalls mit Labormethoden durchgeführt wurde.
Jari Pakkanen (Hrsg.),
Ann Brysbaert (Hrsg.)
Dieser Band enthält verschiedene Studien, die
von prähistorischen griechischen Bauprogrammen bis zum Bauen in der
römischen Zeit reichen. Das Wirtschaftswachstum moderner Gesellschaften
ist eng mit der Bauwirtschaft verknüpft: Investitionen,
Transportinfrastrukturen für Materialien und arbeitsintensive
Bauprogramme haben alle einen großen Einfluss auf die lokale, regionale
und sogar globale Wirtschaft. Die Ergebnisse haben die gebaute Umwelt
unseres Alltagslebens geprägt und oft zu mehr Lebensqualität und
Wohlstand geführt, obwohl es viele Fälle gibt, die auch das Gegenteil
bewirkt haben. Groß angelegte Bauprojekte in vorindustriellen
Gesellschaften erforderten vom Zeitpunkt der Materialsuche über die
Gewinnung, den Transport, die Nutzung und die anschließende
Instandhaltung umfangreiche Handarbeit. Da die meisten vorindustriellen
Gesellschaften auf Subsistenzwirtschaft basierten, waren wichtige
Entscheidungen ein täglicher Balanceakt zwischen Bauarbeiten und
Landwirtschaft. Diese Entscheidungen hatten oft einen starken Einfluss
auf die Muster der Landnutzung und können auch zu zirkulären
Wirtschaftsstrategien geführt haben. Die in diesem Band vorgestellten
Beiträge betonen die Bedeutung der sozioökonomischen und politischen
Strukturen und Entscheidungen, die zum "Building Big" führten,
unabhängig von der Form und der endgültigen Größe der Projekte.
Nadin Burkhardt (Hrsg.),
Robinson Peter Krämer (Hrsg.)
Während wirtschaftliche Fragestellungen und
Ansätze in den Klassischen Altertumswissenschaften immer wichtiger
werden, ist das für Forschungen zum ‚vorrömischen Italien‘, der
italienischen Halbinsel, Sizilien und Sardinien in der Eisenzeit, nicht
unbedingt der Fall. Bis vor Kurzem gab es so gut wie keine ökonomischen
Studien zum ‚vorrömischen Italien‘ mit wenigen Ausnahmen, die sich auf
sehr spezielle Bereiche fokussierten:
(1) die Spezialisierung von
Handwerk und Produktionen im Kontext von Urbanisierungsprozessen; (2)
spezifische Produktionsbereiche, wie etwa die Landwirtschaft,
Metallverarbeitung und Salzgewinnung; (3) Studien zu griechischen
Kolonien und Kontakten zwischen Griechen und ‚indigenen Bevölkerungen‘;
(4) Analysen von Konsumverhalten, insbesondere der Konsum von
griechischer Keramik.
Jedoch haben rezente Ausgrabungen und
Untersuchungen von Werkstätten, etwa in Gabii, Pithekoussai, Kroton,
Lokroi Epizephyrioi, Naxos, Selinunt und Kyme/Cumae, eine Fülle neuer
Daten ergeben, die zu einer fruchtbaren und ergiebigen Diskussion von
Organisationsformen bei Produktionen und Handwerk im ‚vorrömischen
Italien‘ anregen.
Aus diesem Anlass haben vier Mitglieder der
Arbeitsgemeinschaft Etrusker und Italiker des DArV e.V. in diesem Panel
wirtschaftliche Aspekte des ‚vorrömischen Italien‘ auf der Grundlage
ihrer aktuellen Forschungsprojekte diskutiert. Der Fokus liegt bei allen
Beiträgen im Bereich der Produktion und des Handwerks. Ziel des Bandes
ist es, anhand einer Diskussion aktueller Fallstudien und Methoden zu
einer Debatte über mögliche geographische, chronologische und
funktionale Muster in der Organisation von Handwerk und Produktionen
beizutragen.
Francesco D'Andria
(Hrsg.),
Grazia Semeraro (Hrsg.)
Seit der Bronzezeit hat die geographische Lage
Messapiens zwischen dem ionischen und dem adriatischen Meer die
Entwicklung von Beziehungen ermöglicht, die sich durch Kontinuität im
Rahmen der Mobilität im Mittelmeer auszeichnen. Dieser Band konzentriert
sich auf bestimmte Aspekte der Wirtschaft in Messapien, insbesondere
auf bioarchäologische Themen (einschließlich der Viehzucht und des
Verbrauchs tierischer Ressourcen), die Textilproduktion (die mit Hilfe
archäometrischer Methoden Stoffreste analysiert) und die Einfuhr von
Luxusprodukten aus griechischen Städten und den griechischen Kolonien
Süditaliens. Das Vorhandensein von importierten Prestigegegenständen in
Grabbeigaben wurde in Bezug auf die Formen der Selbstdarstellung des
messapischen Adels sowohl bei Begräbnisritualen als auch bei
Machtdemonstrationen innerhalb der Siedlungen untersucht. Die Vielfalt
der religiösen Ausdrucksformen in der Welt Messapiens stellt eine
besondere Fallstudie dar, die mit dem Kulturaustausch verbunden ist und
die dank der jüngsten Entdeckungen von Kultstätten nun im Detail
untersucht werden kann. Wichtig in diesem Zusammenhang sind die
Entdeckungen in Castro, wo das Athenaion - verbunden mit dem Mythos von
der ersten Landung Äneas' an den Küsten Italiens - identifiziert wurde.
Michael Herdick (Hrsg.),
Angelika Hunold (Hrsg.),
Holger Schaaff (Hrsg.)
Das antike Steinbruch- und Bergwerksrevier der
Osteifel wird seit 1997 vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) in
Mainz und Mayen erforscht. Die Produkte – allen voran Mühlsteine aus
Basaltlava, Baumaterial aus Tuffstein und Keramikgeschirr – wurden viele
Jahrhunderte lang in weite Teile Europas exportiert.
Um dieses reichhaltige Bodenarchiv zur antiken Steinindustrie zu
untersuchen und deren Rolle bei der römischen Okkupation und der
Romanisierung nördlich der Alpen zu definieren, wurde ein umfangreiches
Forschungsprogramm initiiert. Wesentliche Themen waren die Basalt- und
Tuffsteinindustrie sowie das Wirtschaftszentrum Mayen. Die
Keramikindustrie wird aus der Perspektive archäologischer
Materialstudien, aber auch durch die experimentelle Archäologie
untersucht. Weitere Studien widmeten sich den Voraussetzungen, unter
denen sich der wirtschaftliche Aufschwung vollzog, insbesondere der
Infrastruktur und der ländlichen Besiedlung.
Als Industrierevier von überregionaler Bedeutung erwies sich das
Steinbruch- und Bergwerksrevier der Osteifel als hervorragende
Fallstudie für die Erforschung vormoderner Industriereviere allgemein
und ermöglichte die Ableitung eines Modelles zur Untersuchung antiker
Industrien. Von besonderer Bedeutung für ihr Verständnis sind die
Langzeitperspektive und ein ganzheitlicher Ansatz, der ökonomische und
soziale Aspekte sowie die Siedlungsentwicklung berücksichtigt.
Stephanie Huysecom-Haxhi
(Hrsg.),
Antonella Pautasso (Hrsg.)
Koroplastische Studien haben sich in den
letzten Jahren insbesondere aufgrund einer anderen Wahrnehmung von
Terrakotta-Figuren entwickelt, die nicht mehr als dekorative Objekte,
sondern als privilegierte Zeugnisse handwerklicher, soziokultureller und
religiöser Praktiken der Gesellschaften, in denen sie hergestellt und
verwendet wurden, angesehen werden.
Dieser Band widmet sich insbesondere den handwerklichen Praktiken
sowie den Prozessen und Beweggründen, die zur Herstellung und weiten
Verbreitung von Terrakotta-Figuren in der Antike führten. Die hier
vorgestellten Studien, die noch nicht abgeschlossen sind, basieren im
Wesentlichen auf einer eingehenden Beobachtung der Objekte, die oft die
einzigen gefundenen und bisher verwertbaren Überreste sind, da bisher
nur wenige Werkstätten mit allen für die Herstellung dieser Artefakte
notwendigen Werkzeugen und Strukturen erkannt und untersucht wurden. Das
Objekt, ob es sich um Formen oder Figuren handelt, steht daher im
Mittelpunkt der koroplastischen Studien.
Verschiedene koroplastische Sets aus verschiedenen Kontexten in
verschiedenen geographischen Gebieten werden hier vorgestellt, mit dem
Ziel, Informationen zu verschiedenen Problemen bezüglich der
Herstellungstechniken, der Produktionsprozesse und der Werkstatt-faciès
zu vergleichen. Zwei Hauptbereiche wurden untersucht: erstens das
technische Fachwissen und die charakteristische Handarbeit der
Handwerker und zweitens die Rekonstruktion der Aktivitäten innerhalb der
Werkstätten, deren Funktionsweise und faciès von Fall zu Fall
unterschiedlich sein können. Die in diesem Band gesammelten Beiträge
liefern somit einige interessante Erkenntnisse, die für künftige
Forschungen in dieser wachsenden wissenschaftlichen Disziplin hilfreich
sein können.
Annalisa Marzano (Hrsg.)
Die römische Villa war ein prägendes Element
der römischen Welt, dessen Aussehen und Verbreitung in den Regionen
Italiens und darüber hinaus mit verschiedenen historischen Phänomenen in
Verbindung gebracht wurde: Die territoriale Ausdehnung Roms, die
Errichtung von Kolonialstädten und die Bereitschaft der einheimischen
Eliten, an Formen römischen Lebens teilzunehmen. Während die
traditionelle Geschichtsschreibung die zunehmende Ausbreitung großer
Villen in Italien während der Republik als ein Phänomen ansah, das
kleine und mittlere Landbesitzer vom Land verdrängte und damit zu den
sozio-politischen Problemen Roms beitrug, haben neuere Studien gezeigt,
dass große Villen und Bauernhöfe nicht im Widerspruch zueinander
standen. Die in diesem Band gesammelten Artikel versuchen, eine
organischere Bewertung der Funktionsweise der "Villenwirtschaft" und der
"bäuerlichen Wirtschaft" zu erreichen und zu untersuchen, inwieweit -
wenn überhaupt - die beiden Wirtschaftsweisen ineinander integriert
waren. Dies wird durch die Beantwortung zweier Hauptfragen erreicht: ob
Villen und kleine und mittlere Bauernhöfe Teil von zwei
unterschiedlichen Produktions- und Verteilungssystemen waren oder nicht;
und inwieweit das Bild, das sich aus den Provinzen ergibt, mit der
Situation im römischen Italien verglichen werden kann.
Maria Elisa Micheli
(Hrsg.),
Anna Santucci (Hrsg.)
Sowohl antike Autoren als auch archäologische
Quellen belegen die zentrale Rolle des Lichts im antiken Leben und
Denken. Die Analyse dieses Arguments im Dialog mit der zeitgenössischen
Lichtkultur trägt dazu bei, neue und andere Forschungsbereiche
aufzuzeigen. Wenn die Beleuchtungsvorrichtungen (aus Ton, Glas, Metall
und Marmor hergestellte Lampen, Kerzenständer, Kronleuchter usw.) die
Dynamik des Produktions-, Verteilungs- und Nutzungssystems entsprechend
den verschiedenen historischen und sozialen Kontexten bezeugen, so
reflektiert die Untersuchung eines regionalen Olivenanbaugebiets und
seiner Beziehung zur Brennstoffversorgung andererseits sozioökonomische
Fragen und die damit verbundenen Veränderungen. Mit der antiken
Lichtwahrnehmung konfrontiert sind gegenwärtig die Experimente mit
verschiedenen Ölsorten als Versuch, Intensität und Dauer des künstlichen
Lichts zu messen, zusammen mit einer 3D-Modellierungsstudie an einem
Grab und seinen Lampennischen. Licht beeinflusst, “erschafft” und
“wieder-erschafft” alles, wie antike Gemälde, aber auch zeitgenössische
Architektur und Lichttechnologien suggestiv belegen.
Arne Reinhardt (Hrsg.)
Das vielschichtige Themenfeld von Produktion
und Konsum in der Antike stößt seit geraumer Zeit auf ein wachsendes
Interesse in der Klassischen Archäologie. Forschungen mit ökonomischer
Perspektive wie etwa die Untersuchung von Dynamiken der antiken Objekt-
oder Ornamentproduktion haben dabei neue Einblicke in die
griechisch-römische Kultur eröffnet. Vor diesem Hintergrund thematisiert
der vorliegende Band eine bestimmte Fertigungsweise: die Produktion in
Serie. Auf der Grundlage nahsichtiger Betrachtungen am Befund beleuchten
die Autorinnen und Autoren des Bandes exemplarisch das breite Spektrum
antiker Serienfertigung in Griechenland und Rom; die behandelten
Beispiele reichen von (spät-)klassischer Keramik mit gemaltem Dekor über
mechanisch reproduzierte Münzen und Reliefgeschirr bis zu luxuriösen
Marmorurnen. Ziel ist einerseits die Beschreibung einzelner Serien und
ihre Abgrenzung sowie andererseits, darauf aufbauend, die Interpretation
der jeweiligen Voraussetzungen. Hierbei zeigt sich, dass das Phänomen
der Serienfertigung (und Serialität) wiederholt über wirtschaftliche
Aspekte hinausweist und nahtlos in andere Bereiche der antiken
Kulturgeschichte und ihrer Erforschung überleitet.
Elena H. Sánchez López
(Hrsg.)
Wasser wird sowohl heute als auch in der
Vergangenheit in vielen Produktionsprozessen benötigt. Aber die
Forschung zu den für die Wassernutzung benötigen Bauten haben sich
traditionell auf die Analyse von Bauten zur Wasserversorgung
konzentriert, insbesondere Aquädukten und monumentalen Brunnen. Dabei
wurden die meisten Verwendungsmöglichkeiten dieser kostbaren Flüssigkeit
nach ihrem Transport in die städtischen Siedlungen außer Acht gelassen.
Abgesehen von den Bädern - die bereits vor Jahrzehnten in die Forschung
zur Wassernutzung einbezogen wurden - haben Klassische Archäologen erst
vor kurzem damit begonnen, auch andere Nutzungen des Wassers in
Betracht zu ziehen. Dabei wurden jedoch die Wassernutzung, die in
direktem Zusammenhang mit der Produktion steht, nie angemessen
berücksichtigt.
Landwirtschaft, Töpferei oder Glasherstellung, Baumaterialien und
Bautechniken sind in der neueren Forschung sehr verbreitete Themen. Die
Untersuchung der verschiedenen Prozesse, die mit jeder dieser
Aktivitäten zusammenhängen, hat jedoch viel weniger Interesse geweckt,
und die Rolle des Wasserverbrauchs innerhalb dieser Prozesse wurde
völlig vernachlässigt. Dieser Band enthält vier Beiträge, die einen
ersten Versuch darstellen, Wasser in Produktionsprozessen in der
römischen Zeit und der Spätantike zu untersuchen.
Renate Thomas (Hrsg.)
Das Thema des Panels „Lokalstile oder
gemeinsame Musterbücher in der römischen Wandmalerei und bei Mosaiken“
hat zu unterschiedlichen Referaten angeregt, die verschiedene Aspekte
der Arbeitsweise antiker Werkstätten und ihrer Produktion
veranschaulicht haben. I. Bragantini hob am Beispiel der Malereien in
Cartagena und Lyon hervor, dass dort ihrer Meinung nach italische
Werkstätten tätig waren. Während sich St. Falzone, M. Marano und P.
Tomassini den Merkmalen des Lokalstils in der Wandmalerei in Ostia
widmeten, konzentrierte sich C. Sbrolli auf ikonographische Eigenheiten
der ‚Werkstatt der Vettier‘ in Pompeji. E. Moormann und D. Esposito
gingen der Frage nach, ob die Entwicklung der Wandmalerei in flavischer
Zeit von Kontinuität oder einem neuen Impuls zeugt. C. Boschetti et alii
stellten die Unterschiede in der Mosaikproduktion in Aquileia in
augusteischer Zeit gegenüber der im 4. Jh. n. Chr. heraus. Während die
ersten Werkstätten mit qualitätvollen Materialien aus Kampanien
arbeiteten und vermutlich auch von dort kamen, verwendeten die späteren
wahrscheinlich einheimischen Mosaizisten preiswertes lokal verfügbares
Material. B. Tober zeigte auf, dass eine ‚internationale‘ Übereinkunft
in der Ausstattungsform für bestimmte Raumfunktionen herrschte. E.
Aydogdu und A. Kazim Öz gelang am Beispiel eines Mosaiks in Metropolis
der verblüffende Nachweis, dass auch dreidimensionale vegetabile
Blattmuster auf Vorlagen basieren, die auf geometrische Formeln
zurückgehen.
Michael Heinzelmann
(Hrsg.),
Cathalin Recko (Hrsg.)
Die Forschung zu antiker Baugeschichte und
Architektur hat sich in den letzten Jahren auf wirtschaftliche Aspekte
der unterschiedlichen Bau- und Arbeitsprozesse fokussiert. In diesem
Zuge können nicht nur einzelne Arbeitsschritte und Abläufe untersucht
werden, sondern auch die Organisation einer Baustelle. Dafür werden
Versuche unternommen, sowohl das Baumaterial als auch die benötigte
Arbeitszeit zum Bau eines Gebäudes zu quantifizieren, um die
Größenordnung sowie die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen zu erfassen.
Ziel dieses Bandes ist es, verschiedene Ansätze zur Untersuchung
dieser Bauökonomie zusammenzubringen. Mit Hilfe der Methodik der
Quantifizierung sowie detaillierter Studien zur Architektur werden die
Bauwerke der hier gesammelten Fallstudien in Bezug auf ihre baulichen
Charakteristika und die damit verbundenen wirtschaftlichen Implikationen
beleuchtet. Zu diesen Bauwerken gehören Stadtmauern, Holzbauten,
Thermen und Tempel. Der zeitliche Horizont der Beiträge erstreckt sich
vom Messene des 4. Jh. v. Chr. bis hin zur Kaiserzeit und wird
vervollständigt durch praxisorientierte Einblicke in
Ingenieurshandbücher aus dem 19. Jh.
Thomas Schmidts (Hrsg.),
Martina Seifert (Hrsg.)
Der Seehandel im Römischen Reich zeichnet sich
durch eine für die vormoderne Welt bemerkenswerte Leistungsfähigkeit
aus. Von Ägypten bis nach Britannien lassen sich Handelsverbindungen
anhand von archäologischen Funden nachweisen. Die Aktionsräume dieser
Aktivitäten umfassen Mittelmeer, Schwarzes Meer und Teile des
nordöstlichen Atlantik. Wichtige Bezugsgrößen für eine Beurteilung der
römischen Handelsschifffahrt stellen Häfen, Schiffe und Ladungsreste
dar. Aufgrund der Quantität der bekannten Schiffswracks und Häfen kann
insbesondere die Archäologie zum besseren Verständnis des Seehandels
beitragen.
Die Beiträge nehmen sich mit einem breiten methodischen
Spektrum verschiedener Aspekte des Themas „Seehandel“ an. Neben
Wrackfunden werden die Relevanz von Aufschriften auf Amphoren und
anderen Ladungsresten ebenso behandelt wie die Bildung von Netzwerken,
die Rekonstruktion von Schiffsrouten und die Leistungsfähigkeit antiker
Wasserfahrzeuge aufgrund von Experimenten.
Frank Hulek (Hrsg.),
Sophia Nomicos (Hrsg.)
Die wirtschaftliche Bedeutung der
Rohstoffgewinnung, insbesondere des Bergbaus auf Metalle, für antike
Gesellschaften wurde schon oft betont. Aber erst in den letzten
Jahrzehnten sind dabei auch die archäologischen Hinterlassenschaften in
den Blickpunkt der Forschung gerückt. Diese umfassen nicht nur die
Bergbauüberreste im engeren Sinn, wie Bergwerke und
Aufbereitungswerkstätten sowie deren Abfälle, sondern auch
Siedlungsplätze und Infrastruktur im weiteren Sinne, die im Zusammenhang
mit der Rohstoffgewinnung entstanden sind.
Dieses Panel beim 19.
Internationalen Kongress für Klassische Archäologie sollte einen
Überblick über laufende und geplante Forschungen zu Landschaften geben,
die in besonderer Weise durch den antiken Bergbau geprägt sind. Es
zielte außerdem darauf ab, die Auswirkungen des Bergbaus nicht nur auf
die physische Umgebung, sondern auch auf die Kulturlandschaft zu
diskutieren. Anhand von Fallbeispielen stand dabei die Identifikation
von materiellen Eigenschaften von Bergbaulandschaften, die Unterschiede
zwischen ihnen und eventuelle gemeinsame Organisationsmuster im
Vordergrund.
Adalberto Ottati (Hrsg.),
Maria Serena Vinci (Hrsg.)
In dem komplexen wirtschaftlichen und
konstruktiven System der Errichtung eines Gebäudes stellen die
planerischen und organisatorischen Aspekte der Arbeit die ersten
grundlegenden Schritte zur Erreichung eines einwandfreien Endprodukts
dar. Qualifizierte Arbeiter sind ein entscheidendes Element dieses
Prozesses, da sie über die technischen Kenntnisse der Abbau- und
Bauprozesse verfügen, die ein erfolgreiches Ergebnis auf der Baustelle (cantiere di costruzione) garantieren.
Ziel dieses Bandes ist es, antike Konstruktionen, Arbeitsverfahren
und die Weitergabe von technischem Fachwissen durch Facharbeiter zu
erforschen. Er deckt verschiedene chronologische Bereiche und
geographische Gebiete ab und konzentriert sich auf zwei Hauptthemen:
Steinbruchmarken oder notae lapicidinarum und Steinmetzzeichen
für die Planung von Architektur und Artefakten. Sie sind zwei Aspekte
der dreidimensionalen Materialisierung des Plans und der
organisatorischen Prozesse innerhalb der Bautätigkeiten. Steinbruch- und
Steinmetzzeichen sind eine Art ‘tracking code’ für Baumaterial vom
Abbauort bis zu seiner endgültigen Platzierung. Die Steinmetzzeichen
stellen Richtlinien dar, die für die Planung des Gebäudes und die
Positionierung von Stein- und Marmorelementen genutzt wurden. Dieser
Band ist ein erster Versuch, mit originellen und innovativen Gedanken
über die Vernetzung von Werkstätten dazu beizutragen, die Steinbruch-
und Bautätigkeiten in der Antike miteinander zu verbinden.
Dimitri van Limbergen
(Hrsg.),
Devi Taelman (Hrsg.)
Im Vergleich zu anderen vormodernen
Volkswirtschaften zeichnet sich die römische Welt durch die Entwicklung
eines hochspezialisierten und sehr produktiven Produktionssektor aus.
Diese Entwicklung führte zur grossflächigen Ausbeutung von Rohstoffen.
Sogar in einem Gebiet von der Grösse des römischen Reiches übten diese
Aktivitäten großen Druck auf die Natur aus. Strategien der
Ressourcennutzung und -erhaltung waren daher unerlässlich, um mit der
mittel- oder langfristigen begrenzten Verfügbarkeit dieser Ressourcen
erfolgreich umzugehen und die Nachhaltigkeit des römischen
Nutzungsmodells zu sichern. Dieser Band befasst sich mit den
verschiedenen Arten der Ausbeutung und Bewirtschaftung natürlicher
Ressourcen in der römischen Welt. Er konzentriert sich darauf, ob, wann,
wo und wie die Römer ein harmonisches Gleichgewicht zwischen der
begrenzten Verfügbarkeit einer bestimmten Ressource und dem Gesetz von
Angebot und Nachfrage anstrebten. Die Fallstudien in diesem Band decken
verschiedene Schlüsselbereiche der weströmischen Welt ab - von Italien
und der Insel Elba, über das Küstenland Kroatien bis hin zu
Zentral-Ost-Gallien und dem pannonischen Limes - und diskutieren
insbesondere die Fischindustrie, die Eisenverhüttung, die Abholzung und
Waldbewirtschaftung, den Steinhandel und die Ausbeutung
thermomineralischer Ressourcen.
Michael J. Curtis (Hrsg.)
In den letzten Jahren haben neue Forschungen
und Untersuchungen entlang der Küstenlinien zu unserem Verständnis der
maritimen Kulturen und Traditionen des antiken Griechenlands
beigetragen. Dennoch sind die maritimen Kulturen, Traditionen und
sozialen Aspekte nach wie vor wenig erforscht, und die traditionellen
Grenzen zwischen Land- und Unterwasserarchäologie sind nach wie vor
problematisch und eine Herausforderung für die Forscher. Im Laufe der
Zeit wurden die Siedlungen am Meer für die lokale und regionale
Wirtschaft immer wichtiger, da sie oft vom lokalen, inselinternen und
intermediterranen Handel und den sich daraus ergebenden Handels- und
Vernetzungsmöglichkeiten profitierten. Viele dieser Siedlungen waren die
erste Anlaufstelle für Seeleute, Reisende und Migranten und spielten
eine wichtige Rolle bei der Verbreitung kultureller, politischer und
religiöser Ideologien.
Die Beiträge in diesem Band nehmen uns mit
auf eine Zeitreise von einer frühbronzezeitlichen Siedlung auf Paros
über die geschlossenen Häfen des archaischen und klassischen
Griechenlands bis hin zum Leben im hellenistischen und römischen Kreta.
Die Beiträge in diesem Band sind zwar nur vorläufige Perspektiven,
zeigen aber die breite Vielfalt des Themenmaterials und bieten einen
interessanten Einblick in die Welt des maritimen Griechenlands.
Salvatore De Vincenzo
(Hrsg.)
Die Themen dieses Panels sind die Handelsrouten
des antiken Sardinien. Welches sind die Handelswege, die das antike
Sardinien tangieren? Welche Gebiete und Städte Sardiniens sind am
stärksten in diesen Handel involviert? Welche Produkte werden
ausgetauscht und wie wurde die Produktion der Insel durch den Handel
beeinflusst? Welche Muster sind bei der Einfuhr und Nachahmung
ausländischer Waren zu beobachten, und welche Produkte wurden von
Händlern auf die Insel gebracht? Wie verändern sich diese Aspekte im
Laufe der Zeit, von der Archaik bis zur Spätantike?
Diese Analyse des
antiken Handels in Sardinien wird vorwiegend auf der Grundlage von
Töpfereikontexten durchgeführt. Aber natürlich werden auch andere
Handelsgüter berücksichtigt, wie z. B. Eisenerz, von denen Sardinien
große Mengen besaß und das dadurch die Handelswege ab dem ersten
Jahrtausend v. Chr. prägte. Die untersuchten chronologischen Phasen
reichen von der Archaik bis in die Spätantike und umfassen Transaktionen
von Ureinwohnern, Karthagern und Griechen, unter besonderer
Berücksichtigung des Handels in der römischen Ära.
Verena Gassner (Hrsg.)
Gefäße und andere Objekte aus Keramik stellen
eine wichtige Quelle für die Rekonstruktion von Tausch und Handel in
antiken Gesellschaften dar, da sie in großen Mengen verfügbar sind und
ihre Herkunft oft mit archäologischen und archäometrischen Methoden
bestimmt werden kann. Studien zum Handel mit Keramik konzentrieren sich
jedoch zumeist auf den Fernhandel, da die Unterschiede von Waren und
Formtypen zwischen Produkten aus weit auseinanderliegenden Gebieten
leichter erkannt werden können. Das hat gemeinsam mit dem
psychologischen Faktor, dass Gegenstände des Fernhandels oft größere
Aufmerksamkeit finden, dazu geführt, dass Objekte des Fernhandels in der
archäologischen Forschung eine überdimensionale Aufmerksamkeit gefunden
haben, während der regionale Austausch von Gütern zwischen benachbarten
Städten bisher wenig erforscht wurde, obwohl er wichtige Einblicke in
die Beziehungen zwischen diesen Städten ermöglichen würde.
Einer der
Gründe dafür liegt sicherlich in der Schwierigkeit, dass Keramikprodukte
aus benachbarten Regionen häufig nur schwer unterschieden werden
können, da sie oft dasselbe Formenrepertoire sowie Dekorationsstile
aufweisen.
Dieses Panel stellt Fallstudien aus unterschiedlichen
Perioden und Regionen des Mittelmeerraums vor, die sich mit der
Problematik der Rekonstruktion von Netzwerken des regionalen Austausches
beschäftigen, aber auch ihre Bedeutung für die Wirtschaft der antiken
Städte zeigen.
Marco Giglio (Hrsg.),
Luana Toniolo (Hrsg.)
Jüngste Ausgrabungen an Produktions- und
Verbrauchsstätten in Kampanien und internationale Konferenzen zur
römischen Keramik haben der Forschung zur materiellen Kultur und zu den
regionalen und internationalen Keramikhandelssystemen neue Impulse
gegeben.
Der Band analysiert die Verbreitung der im Golf von Neapel
produzierten Keramik von der spätrepublikanischen Periode bis in die
frühen Kaiserzeit aus einer doppelten Perspektive: auf der einen Seite
die Netzwerke, die die Keramik aus dem Golf zu verschiedenen Punkten
entlang der Mittelmeerküste transportierten, und auf der anderen Seite
die Lebensmittel, die von verschiedenen Punkten des Mittelmeers nach
Neapel kamen.
Die Ausgrabungskontexte der Piazza Municipio in Neapel,
Puteoli und Herculaneum liefern sowohl in qualitativer als auch in
quantitativer Hinsicht neue relevante Datensätze. Diese Belege
verdeutlichen die engen Beziehungen dieses Gebietes mit dem östlichen
Mittelmeerraum, insbesondere bei feinen Waren und Transportbehältern -
von den rhodischen Weinamphoren aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. bis zu
kretischen Produkten aus dem 1. Jahrhundert n. Chr.'Das Gebiet des
Magdalensbergs importierte bereits in spätrepublikanischer Zeit und in
der augusteischen Epoche in besonders hohen Mengen kampanische Red Slip
ware, ein Zeit, in der kampanische Kochwaren auch in Aquileia in
Norditalien bezeugt sind, dem Hotspot für die Verbreitung dieser Gefäße
in die Provinzen Nordeuropas.
Martin Guggisberg (Hrsg.),
Matthias Grawehr (Hrsg.)
Überregionale wirtschaftliche Verbindungen sind
Triebkräfte des Kulturkontakts, denn Warenaustausch ist zwangsläufig
auch kultureller Austausch. Die Analyse von Warenströmen bietet sich
daher als Grundlage für das Studium interkultureller Verbindungen an.
Die frühe Eisenzeit im Mittelmeerraum ist eine Epoche, in der
zwischenzeitlich unverbundene kulturelle Einheiten neu miteinander in
Kontakt geraten. Die in dieser Zeit aufkommenden wirtschaftlichen und
kulturellen Verflechtungen stellen ein faszinierendes Modell der
Entstehung eines überregionalen wirtschaftlichen und kulturellen Systems
dar. Grundlegende Fragen sind dabei: Wo verliefen Handelsrouten? Wie
beeinflusste die Nachfrage auf fernen Märkten die lokale Produktion und
wie veränderte sie das lokale soziale System? Und wie beeinflussten im
Gegenzug importierte Güter die eigene Kultur? Mit einer Reihe von
Beiträgen, deren Fokus auf dem 8. bis 6. Jahrhundert vor Christus liegt,
wird im vorliegenden Band solchen und weiteren Fragen nachgegangen.
Mittels ausführlicher und mit aktuellen Methoden durchgeführten Analysen
von Objekten und ihrer Biographie geben die Autoren neue Einsichten in
das Zusammenspiel von lokalen Produktionen, Handelswegen, und der
Rezeption der verhandelten Güter. Der Band stellt damit wichtige neue
Bausteine für unser Verständnis des Verhältnisses von Wirtschaft und
Kulturaustausch in der frühen Eisenzeit vor.
Elon D. Heymans (Hrsg.),
Marleen K. Termeer (Hrsg.)
Als eine der beständigsten Ikonen des
Wirtschaftslebens war Geld von der Antike bis zur Gegenwart ein
gemeinsames Merkmal und ein zentraler Fokuspunkt in komplexen
Gesellschaften. Im Laufe des ersten Jahrtausends v. Chr. gewann es als
wesentliches Merkmal der Volkswirtschaften des Mittelmeerraums an
Gewicht, meist in Form von Münzen. Aber Geld ist mehr als nur eine
Münze, und seine Bedeutung ist nicht nur im engeren Feld der
"Wirtschaft" allgegenwärtig.
Im antiken Mittelmeerraum waren Geld und sein Bedeutungsgewinn
überwiegend mit dem Staat assoziiert. Aber kann Geld nur unter
staatlicher Autorität entstehen? Der vorliegende Band hinterfragt den
vermuteten Zusammenhang zwischen der Verbreitung früher Geldformen und
dem Staat und macht auf verschiedene Möglichkeiten aufmerksam, wie Geld
als Innovation verankert und gesellschaftlich eingebettet werden konnte.
Dimitris Paleothodoros
(Hrsg.)
Die acht Aufsätze, die in diesem Band
veröffentlicht werden, behandeln Themen im Zusammenhang mit der
Produktion, dem Verbrauch und dem Handel mit bemalter Keramik in der
antiken mediterranen Welt, während der archaischen und klassischen
Periode, mit besonderem Schwerpunkt auf der italienischen Halbinsel,
Griechenland und dem Balkan. Wichtige Fragen zum Gebrauch, zur Funktion
und zur Rolle von Vasen auf einer breiteren sozialen oder religiösen
Ebene wurden ebenfalls berücksichtigt, indem der Schwerpunkt auf die
Reaktion einzelner Kunden sowohl auf Importe als auch auf lokale Vasen
gelegt wurde oder indem spezifische Formen untersucht wurden, die sowohl
auf dem heimischen Markt als auch in Übersee gehandelt wurden. Ein
weiteres Ziel, welches anvisiert und weitgehend erreicht wurde, war die
Präsentation neuen Materials, das kürzlich ausgegraben oder neu
untersucht wurde. Vor allem war es unser Ziel, originelle Studien
vorzustellen, die als wertvolle Beiträge zur Vasenkunde angesehen werden
können.
Eugenia Equini Schneider
(Hrsg.)
Aufgrund seiner besonderen geographischen Lage
an der Kreuzung der wichtigsten See- und Landhandelsrouten, an einem
Übergangs- und Verbindungspunkt zwischen Syrien, Zypern und Ägypten,
spielte Kilikien eine bedeutende Rolle im Kontext des kulturellen,
sozialen und wirtschaftlichen Austauschs im Mittelmeerraum. Insbesondere
während seiner Romanisierung waren die Handelsbeziehungen zu den
verschiedenen Gebieten des Reiches, insbesondere zum östlichen
Mittelmeerraum, von grundlegender Bedeutung, die bis in
frühbyzantinische Zeit substantiell und dauerhaft unterhalten wurden.
Gegenstand dieses Panels war eine Übersicht zum Forschungsstand über
diese Region, mit einem Schwerpunkt auf interdisziplinären Studien zu
Produktionsaustausch, Handel und Verkehr im Mittelmeerraum. Die
Unterwasserforschung, archäologische und geophysikalische Untersuchungen
von Hafenbecken, Untersuchungen zu Produktionsanlagen und Analysen der
materiellen Kultur und der numismatischen Zeugnisse haben zu einem
umfangreichen Panorama der Veränderungen und Transformationsprozesse
geführt, die die Region und ihre städtischen Zentren im Laufe der
Jahrhunderte als Ergebnis großer sozialer und wirtschaftlicher Prozesse
betroffen haben. Die daraus resultierende Fülle von Informationen über
die Rolle der Region als Produktionszentrum und Umschlagplatz hat
komparative Beispiele für andere Forschungsarbeiten in Kilikien und der
südöstlichen Türkei erbracht.
Mark L. Lawall (Hrsg.)
Wo auch immer sie in der archäologischen
Überlieferung auftauchen und wie auch immer sie vom ersten Töpfern bis
zum endgültigen Wegwerfen verwendet wurden, Transportamphoren sind
Artefakte wirtschaftlicher Aktivität. Diese Verbindung zur antiken
Wirtschaft beschränkt jedoch nicht die Bandbreite der archäologischen
Kontexte, in denen Amphoren eine bedeutende Rolle spielten.
Die
Beiträge in diesem Band untersuchen ein breites Spektrum an Fundorten -
von einzelnen Gebäuden über Schiffsladungen bis hin zu weiten
geografischen Regionen - in denen diese Gefäße gefunden wurden. Während
die Fundstellen häufig auf chronologische Belege hin untersucht werden,
können die Kontexte - im weitesten Sinne - auch zu komplexeren sozialen
und wirtschaftlichen Interpretationen der Gefäße und der Gebiete, in
denen sie vorkommen, beitragen. Daher werden in diesem Band Amphoren im
Hinblick auf die Versorgung von Heiligtümern und anderen öffentlichen
Funktionen, auf Artefakte des privaten Handels, auf die lokale Nachfrage
nach verschiedenen Arten von Produkten und auf breit angelegte
Handelstrends untersucht, die durch die Geopolitik des Mittelmeerraums
und Umweltveränderungen geprägt sind. Die Autorinnen und Autoren
behandeln Funde aus dem archaischen Didyma, dem klassischen Korinth, dem
spätklassischen Schiffswrack bei Mazotos (Zypern), dem hellenistischen
Rhodos und Ephesos sowie den Fundorten Voura und Aigio an der Nordküste
des Peloponnes.
Diese Studien verdeutlichen die vielfältigen
Möglichkeiten, die inhärent wirtschaftliche Artefakte für unser
Verständnis der antiken Gesellschaft bieten.
Caterina Parigi (Hrsg.)
Die Wiederverwendung von Skulpturen war eine
typische Praxis in der Antike und wurde in unterschiedlicher Art und
Weise in mehreren Orten und Zeiten ausgeübt.
Der Band konzentriert
sich auf zwei Aspekte dieses Phänomens: Auf der einen Seite wurden
Skulpturen und ihre Teile als Baumaterial wiederverwendet. Auf der
anderen Seite behielten die Skulpturen ihre Funktion bei und wurden als
Kunstwerke wiederverwendet.
Die Praxis bringt mit sich eine Reihe von
Konsequenzen in Zusammenhang mit dem sozio-ökonomischen Aspekt. Eine
große Rolle für die Wiederverwendung spielt der Wirtschaftsfaktor,
deswegen muss steht berücksichtigt werden; sowie die Schwierigkeit in
der Spätantike neue angefertigten Skulpturen zu beschaffen. Die
Wiederverwendung ist aber eine komplexe Praxis, die nicht nur auf die
spätantike Zeit beschränkt ist und dessen Beweggründe vielseitiger sind.
Die Wiederverwendung von Skulpturen als Baumaterial kann manchmal
ästhetische Gründe haben und zeigt einen deutlichen Verweis auf älteren
Epochen.
Der Band fokussiert auf die römische und spätantike Zeit.
Ziel ist es, die Kontinuität und die Komplexität des Phänomens zu
zeigen. Durch die Diskussion und den Vergleich mehrerer Fallstudien aus
unterschiedlichen Kontexten werden Ähnlichkeiten und lokalen
Besonderheiten hervorgehoben.
Norbert Zimmermann
(Hrsg.),
Thomas Fröhlich (Hrsg.)
Die Beiträge dieses Bandes diskutieren
wirtschaftliche Aspekte römischer Grabanlagen, die für eine größere
Anzahl von Bestattungen ausgelegt sind, also etwa Kolumbarien, große
Hypogäen oder Katakomben. Zugleich wird nach den Besitzern und Nutzern
gefragt. Es wird untersucht, inwieweit wirtschaftliche Gründe bei der
Erfindung, der Entwicklung und der Nutzung der großen Grabmonumente in
Rom eine Rolle spielten und wie diese Bauten die religiösen und sozialen
Bedürfnisse ihrer Auftraggeber bzw. der Bestatteten erfüllten,
insbesondere in der Zeit des Übergangs von der römischen zur
frühchristlichen Zeit. Jüngste Detailstudien zu den römischen Grabbauten
lassen interessante Spuren des dynamischen Prozesses der Vorbereitung
und Nutzung des Grabraumes dokumentieren, und speziell bei größeren
Grabanlagen für weit mehr als eine einzige Familie ist der
wirtschaftliche Aspekt von Besitz und Nutzung vielversprechend. Wer
plante ein Bauvorhaben, wie und warum wurden ein bestimmter Ort und eine
spezifische Architektur gewählt? Wie und wo im ursprünglichen Grabbau
sah der Eigentümer für sich und seine Familie den eigenen
Bestattungsplatz vor, und wo und auf welche Art und Weise wurden weitere
Gräber verkauft oder sogar verschenkt? In den letzten Jahrzehnten
mussten sich eine Reihe allgemeiner Studien zu römischen Bestattungen
und Bestattungsbräuchen notwendigerweise auf ältere Dokumentationen
stützen, während neue und detailliertere Analysen einzelner Monumente
oft neue Erkenntnisse liefern und neue Interpretationen nahelegen.
Enrico Giorgi (Hrsg.),
Giuseppe Lepore (Hrsg.),
Anna Gamberini (Hrsg.)
Die Gebiete des adriatisch-ionischen Raums
waren sowohl aus politischer als auch aus kultureller Sicht voneinander
abgegrenzt, sodass sie einen hervorragenden Raum für das Studium antiken
wirtschaftlichen und kulturellen Austauschs darstellen. Dieses
Aufeinandertreffen von Kulturen führte zu wechselseitigen Einflüssen und
zu kultureller Osmose auf verschiedenen Ebenen und zu verschiedenen
Zeiten. Unterschiedliche historische und geographische Rahmenbedingungen
führten hierbei oftmals zu ähnlichen Ergebnissen.
Jüngste archäologische Forschungen lassen dabei vermuten, dass
Heiligtümer und heilige Orte geeignete Kontexte sind, in denen diese
Phänomene analysiert werden können, da sie in ihrer Rolle als
Begegnungsorte und Stätten kultureller Unterweisung besonders von
wirtschaftlichen und politischen Interessen geprägt wurden.
Die in diesem Buch gesammelten Beiträge behandeln diese Themen aus
verschiedenen Blickwinkeln, einschließlich Studien zur
Geschichtsschreibung, zur materiellen Kultur und zur Numismatik. Die
Fallstudien des adriatischen Raumes konzentrieren sich auf die Westküste
und insbesondere auf den Bereich des Ager Gallicus und Picenum,
wobei hier ein besonderer Schwerpunkt auf jenen Zeiten liegt, welche
der Etablierung der römischen Herrschaft in diesem Gebiet vorausgehen
und diese mit einschließen (3. / 2. Jh. v. Chr.). Die Fallstudien des
südadriatischen und ionischen Raumes konzentrieren sich hingegen auf
Apulien und das Gebiet von Illyrien und Epirus von archaischer Zeit bis
zum Beginn der Römerzeit (4. – 1. Jh. v. Chr.).
Anna-Katharina Rieger
(Hrsg.),
Johanna Stöger (Hrsg.)
Stadt und Religion als Gegenstand
archäologischer Forschung im Mittelmeerraum sind oft auf sakrale Bauten
im räumlichen und sozialen Gefüge der Stadt beschränkt. Doch bedingen
spezifisch städtische Faktoren wie die Konzentration wirtschaftlicher
Potentiale, Kontrolle finanzieller Mittel, aber auch heterogene
Bevölkerung, Marginalisierung und Machtgefälle religiöse Praktiken und
ihre Reflexe in der materiellen Kultur.
Die Beiträge in diesem Band
diskutieren, wie sich ökonomische Charakteristika von Urbanität in
institutionellen, medialen und performativen Ausdrucksformen von
Religion(en) in Städten Italiens und Kleinasiens spiegeln. Diese
Wechselwirkungen sind nicht nur für die griechisch-römische Antike von
Interesse, sondern haben hohe Aktualität in einer Welt globalisierter
Märkte mit konzentrierter Wirtschaftsmacht, in der Städte so rasant
wachsen wie das Potential für Spannungen und religiöse Konflikte.
Giuseppe Lepore (Hrsg.),
Luigi Maria Caliò (Hrsg.)
Die archäologische Forschung in Agrigent hat
dank einer neuen Zusammenarbeit zwischen dem Archäologischen Park "Tal
der Tempel" und vielen italienischen und europäischen Universitäten, die
Seite an Seite an gemeinsamen Projekten und Ausgrabungen gearbeitet
haben, einen neuen und wichtigen Impuls erhalten. Dieser Band soll eine
Synthese der jüngsten Arbeiten sein, die in den verschiedenen Bereichen
der antiken Stadt durchgeführt wurden, aber auch ein Beispiel einer
korrekten Vorgehensweise sein, bei der verschiedene Universitäten und
Verwaltungs-, Schutz- und Forschungsstrukturen aktiv an der Suche nach
einer gemeinsamen Vision einer so wichtigen antiken Stadt wie Agrigent
mitwirken, die bis vor wenigen Jahren in den Altertumswissenschaften
isoliert und wenig bekannt war (mit Ausnahme des berühmten Tempelbergs).
Agrigent zeigt heute einen noch nie dagewesenen Reichtum an
archäologischer Forschung und Dokumentation: die verschiedenen Aspekte
des sozialen, architektonischen und wirtschaftlichen Lebens der antiken
Stadt treten nun mit größerer Klarheit zutage, ebenso wie die
öffentlichen Plätze, Heiligtümer, Wohnsiedlungen und Produktionsstätten,
aber auch die landwirtschaftliche Nutzung der Chora und des
außerstädtischen Territoriums in einer Gesamtvision der Stadt, die, wenn
auch teilweise noch unvollständig, eine der wenigen komplexen Synthesen
des Lebens einer Stadt im antiken Sizilien hervorbringt.
Miko Flohr (Hrsg.),
Nicolas Monteix (Hrsg.)
Die materiellen Überreste römischer Läden und
Werkstätten im urbanen Kontext spielten in der klassischen Archäologie
lange Zeit eine marginale Rolle, doch in den vergangenen Jahren
erfreuten sie sich einer deutlich gestiegenen wissenschaftlichen
Aufmerksamkeit. Beeinflusst durch Debatten über das Wesen der antiken
städtischen Wirtschaftsstrukturen begann die Forschung ab den späten
1990er Jahren die archäologischen Beweise für den städtischen
Einzelhandel sowie die städtische Produktion mit einer neuen und
stärkeren Intensität zu untersuchen.
Seit der Jahrtausendwende haben Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler zunehmend damit begonnen, die Gestaltung von Läden und
Werkstätten in Bezug auf gewinnorientierte Investitionsstrategien zu
untersuchen und die Wirtschaftsgeschichte städtischer
Gewerbelandschaften zu erforschen. Dieser Band diskutiert die Art und
Weise, in der die Untersuchung von urbanen Läden und Werkstätten unsere
Konzeptualisierung der städtischen Wirtschaftsgeschichte in der
römischen Welt in Frage gestellt hat, und er untersucht mögliche Wege,
um unser Verständnis des sich wandelnden Charakters des römischen
urbanen Handels weiter zu vertiefen und räumliche sowie zeitliche
Distanzen zwischen lokalen Zeugnissen zu überbrücken.
Rinse Willet (Hrsg.)
Dieser Band beschäftigt sich mit der Geographie
der Städte des östlichen Mittelmeerraumes unter römischer Herrschaft.
Die Altertumskunde hat sich intensiv mit römischem Urbanismus
auseinandergesetzt, es ist jedoch so, dass viele Studien die antike
Stadt als isoliertes historisches Phänomen betrachtet haben oder
bestenfalls als Spiegelbild der Verbreitung des Hellenismus oder der Romanitas.
Dieser Band versucht, einen Schritt weiterzugehen und die Stadt in
sozioökonomischer Hinsicht zu verstehen und dabei die neuesten
statistischen Daten für das Phänomen Stadt im römischen Osten zu
präsentieren. Sechs Beiträge setzen sich hierbei mit Fragen der
räumlichen Verteilung der Städte in der östlichen Reichshälfte
auseinander. Ein Beitrag befasst sich als Vergleich mit Aspekten des
römischen Urbanismus auf der Iberischen Halbinsel. Beginnend mit einem
Überblick über den östlichen Mittelmeerraum als Ganzes, fokussiert sich
jeder Beitrag auf eine spezifische Region zur Untersuchung der Faktoren,
die das Muster der städtischen Besiedlung und die Variation der
Stadtgröße auf (über-)regionaler und lokaler Ebene geprägt haben. Diese
Faktoren sind vielfältig und reichen von klimatischen Schwankungen und
Möglichkeiten der Konnektivität über Straßen oder Seewege über
historische Pfadabhängigkeiten und das jeweilige landwirtschaftliche
Potential bis hin zu spezifischen Strategien des römischen
Imperialismus.
Achim Lichtenberger
(Hrsg.),
Oren Tal (Hrsg.),
Zeev Weiss (Hrsg.)
Seit mehreren Jahrzehnten steht die
Survey-Archäologie und die Untersuchung von Stadt-Hinterland-Beziehungen
im Fokus der mediterranen Archäologie. In der südlichen Levante wurden
diese Ansätze bisher jedoch nur selten verfolgt. So wurden nur wenige
Städte dieser Region durch systematische intensive oder extensive
Surveys untersucht. Dieser Band ist der städtischen Infrastruktur
gewidmet und konzentriert sich auf die Untersuchung der Beziehungen
zwischen Städten und ihrem Hinterland. Hierbei fokussiert er sich auf
Haupt- und Nebenverwaltungszentren in Judäa / Palästina und Arabien
unter römischer und byzantinischer Herrschaft (1. bis 7. Jh. n. Chr.).
Während die Erforschung der historischen Geographie der südlichen
Levante eine lange Tradition hat, haben sich heutzutage die
Forschungsfragen gewandelt und die Erforschung von Mikroregionen und
ihres Hinterlandes steht nun in vielen Fällen im Mittelpunkt der
Projekte. Solche Studien können nur systematisch durchgeführt werden,
wobei multidisziplinäre Ansätze und hochauflösende Analysen verwendet
werden, um alle Arten von Zonen städtischer Siedlungen und Verbindungen
innerhalb des Standorts und seiner Peripherie und seines Hinterlandes zu
untersuchen. Die Beiträge dieses Bandes bieten einen ersten Versuch,
die städtischen Siedlungen in der südlichen Levante aus einer
vergleichenden Perspektive zu betrachten.
Javier Andreu Pintado
(Hrsg.)
Die antiken römischen Schriftsteller
betrachteten die klassische Stadt als eine dauerhafte, ja ewige Struktur
und erkannten und betonten ihren symbolischen Wert als Spiegel der
maiestas Imperii Romani und als Bild der Romanisierung selbst.
Andererseits beziehen sich verschiedene Quellen, von Plinius dem
Jüngeren bis zur Historia Augusta, sowie einige Inschriften auf die
Schwächen und Probleme der Kommunalverwaltungen bei der
Aufrechterhaltung der städtischen Lebensweise und bei der Unterstützung
des Finanzsystems dieser Zentren, insbesondere nach der zweiten Hälfte
des 2. Jahrhunderts n. Chr., unmittelbar vor der vieldiskutierten "Krise
des 3. Jahrhunderts". Dieses Phänomen verwandelte viele ehemalige
splendidissimae ciuitates, die alle Einrichtungen und Anlagen einer
klassisch-römischen Stadt besaßen, in oppida labentia, Städte im
Niedergang und im Prozess der Verödung. Dieser faszinierende Prozess ist
nur durch eine angemessene Analyse der archäologischen Zeugnisse
sichtbar. Dieses Buch befasst sich mit einigen der juristischen,
historischen, institutionellen und politischen Faktoren und Fakten, die
dazu beitragen können, uns über die Elemente dieses Niedergangs einiger
kleiner Städte im römischen Westen aufzuklären, insbesondere über einige
paradigmatische Beweise und Fallstudien aus dem römischen Spanien.
Marion Brüggler (Hrsg.),
Julia Obladen-Kauder (Hrsg.),
Harry van Enckevort
(Hrsg.)
Die Provinz Germania inferior ist ein
interessanter Kandidat für die Forschung zu Stadt-Land-Beziehungen.
Während ihr südlicher Teil an das Verbreitungsgebiet der oppida
grenzt, gab es in ihren nördlichen Teilen keine eisenzeitliche
Tradition größerer Siedlungen. Dennoch wurden hier in der Römerzeit
Städte gegründet: die Colonia Ulpia Traiana (Xanten) und die Municipia Ulpia Noviomagus (Nimwegen) sowie Forum Hadriani/Municipium Aelium Cananefatium
(Voorburg). Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der damaligen Zeit war die
römische Armee mit ihren zahlreichen Kastellen entlang des
Niederdeutschen Limes. Diese massiven und neuen Ansammlungen von
Personen, die nicht primär in der Nahrungsmittelproduktion tätig waren,
müssen eine Herausforderung für die Versorgung mit Lebensmitteln und
anderen Gütern gewesen sein.
Dieses Panel fasst die Stadt-Land-Beziehungen in zwei civitates zusammen und vergleicht sie: die civitas Cugernorum mit ihrer Hauptstadt Colonia Ulpia Traiana und die civitas Batavorum mit ihrer Hauptstadt Municipium Ulpia Noviomagus.
Welche Versorgungsstrategien für die Städte lassen sich ausmachen? In
welcher Weise haben die Primärzentren das Land beeinflusst? Gibt es
Unterschiede zwischen den civitates? Unterscheiden sie sich von den civitates in den südlichen Teilen von Germania inferior?
Und wenn ja, was sind die Gründe hierfür? Ein weiterer Schwerpunkt sind
Fragen methodische Art, wie z.B.: Können wir diese Fragen mit den
Daten, die uns vorliegen, überhaupt beantworten? Und wenn das nicht der
Fall ist, welche anderen Methoden können angewandt werden, um einen
tieferen Einblick in diesen Aspekt der römischen Wirtschaft zu gewinnen?
Grégory Mainet (Hrsg.),
Thomas Morard (Hrsg.)
Straßen spielten eine Schlüsselrolle bei der
Gestaltung des antiken wirtschaftlichen Stadtbildes. Normalerweise
betrachten wir Straßen lediglich als Durchgangswege für den Verkehr,
aber diese Idee entspricht nicht den Tatsachen, wie sie von antiken
Autoren wie Martial oder Juvenal beleuchtet wurden. Der "Straßenraum"
wurde in drei Dimensionen angelegt und war ein wichtiger Ort für die
sozialen und wirtschaftlichen Interaktionen, die das städtische
Sozialleben in der Antike ausmachten. Eine solche Funktion zeigt sich
deutlich in der Architektur der Straße, die durch zahlreiche tabernae,
die in Atriumhäusern, Ladenzeilen oder mehrstöckigen Gebäuden errichtet
wurden, und durch die Aktivitäten, die sich dort abspielten. Mit anderen
Worten, die Wirtschaft der antiken Städte beschränkte sich nicht auf
bestimmte Gebäude wie etwa die macella. Im Gegenteil, die
wirtschaftlichen Aktivitäten erstreckten sich über die Mauern solcher
Gebäude hinaus und drangen entlang der Straßen in das gesamte
Stadtgefüge ein. Die Beiträge des Panels "Antike Straßen und städtische
Wirtschaft" wollen ein neues Licht auf die Rolle des Straßenraums in der
städtischen Wirtschaft der antiken Gesellschaften werfen, zeitlich
fokussiert auf den Zeitraum zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem
3. Jh. n. Chr. Um unser Verständnis zu vertiefen, unter suchen die
verschiedenen Autoren einige Fallstudien z.B. aus Alba Fucens, Athen,
Lugdunum, Norba, Ostia und Pompeji.
Stefanie Hoss (Hrsg.)
Die Herstellung militärischer Ausrüstung ist
ein viel komplizierteres Thema als oft angenommen, da römische Soldaten
vom Staat nicht vollständig und einheitlich ausgerüstet wurden. Während
ein gewisses Maß an "Beinahe-Uniformität" in der Armee notwendig war,
war eine vollständige Uniformität logistisch unmöglich, selbst innerhalb
derselben Einheit. Ein Grund hierfür war, dass römische Soldaten den
größten Teil der Ausrüstung selbst besaßen, was ihnen erlaubte,
(innerhalb gewisser Grenzen) ihre eigene Wahl zu treffen.
Nach einer Einführung und einem Überblick über das Thema gehen die
drei Fallstudien den Fragen nach, was die in einem Kastell gefundenen
Werkzeuge über die Produktion von militärischem Gerät am Ort aussagen
können, welchen Einfluss Werkstatttraditionen auf die Herstellung von
Kettenhemden hatten und ob bei der Herstellung von Armbrustfibeln die
staatliche Kontrolle oder die lokale Produktion den Ausschlag gegeben
hat.
Tymon De Haas (Hrsg.),
Dean Peeters (Hrsg.),
Luigi Pinchetti (Hrsg.)
Während die Auswirkungen großer
gesellschaftlicher Veränderungen auf Stadt und Land schon immer ein
zentrales Thema in der Survey-Archäologie waren, bieten die jüngsten
methodologischen und theoretischen Fortschritte neue Perspektiven auf
dieses Thema. Zunehmend intensivere Feldbegehungstechniken,
Sammlungsstrategien für Artefakte und sowohl typologische als auch
technologische Artefaktstudien haben unser Verständnis von ländlichen
Siedlungen und dem Konsum von keramischen Produkten, insbesondere von
lokalen (Grob-)Waren, verändert. Diese Entwicklungen ermöglichen es uns,
Veränderungen in den lokalen Produktions- und Austauschsystemen in viel
größerer räumlicher und zeitlicher Detailgenauigkeit zu untersuchen,
und tragen wiederum zu einer Überprüfung der Auswirkungen bei, die
großräumige Transformationen auf lokale Siedlungssysteme und
Volkswirtschaften hatten.
Peter Attema (Hrsg.),
Günther Schörner (Hrsg.)
Ziel der AIAC-Sitzung 2018 "Die ländlichen
Grundlagen der römischen Wirtschaft, neue Ansätze für Roms antike
Landschaft von der archaischen Periode bis zur frühen Kaiserzeit" war
es, methodisch fundierte, datengestützte Studien zusammenzuführen, um
die Triebkräfte und die Leistung der ländlichen Wirtschaft
Mittelitaliens von der archaischen Periode bis in die römische
Kaiserzeit zu beleuchten. Das Ergebnis der Sitzung war eine kohärente
Sammlung von Beiträgen eines breiten Spektrums internationaler
Wissenschaftler des Gebietes, die sich der römischen Landwirtschaft aus
verschiedenen disziplinären Blickwinkeln und in unterschiedlichen
Maßstäben nähern. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf dem suburbium von Rom sensu lato.
Die Themen reichen von der Verteilung ländlicher Siedlungen über
wirtschaftliche und demographische Modelle bis hin zur Analyse von der
Analyse keramischer Surveyfunde und der Untersuchung von Pollen- und
Pflanzenmakroresten.
Kristian Göransson (Hrsg.)
Die Klassische Archäologie ist eine Disziplin,
die in den letzten Jahrzehnten große Veränderungen erfahren hat. Von
ihren Ursprüngen als "Altertumswissenschaft" mit einem starken
Schwerpunkt auf Kunst und Architektur hat sich die Klassische
Archäologie die modernsten Methoden der Feldarchäologie und Datenanalyse
zu eigen gemacht. Die Anwendung der digitalen Geisteswissenschaften auf
die Klassische Archäologie hat die Art und Weise verändert, wie
Archäologen arbeiten, wie Daten gesammelt und aufbewahrt werden und wie
die Ergebnisse der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der
Öffentlichkeit im Allgemeinen zur Verfügung gestellt werden. Die
International Association for Classical Archaeology (AIAC) war mit der
Gründung und dem Betrieb von Fasti Online und der Online-Zeitschrift
FOLD&R ein Vorreiter in den digitalen Geisteswissenschaften. Dieser
Band enthält Beiträge, die auf dem von der AIAC organisierten Panel
präsentiert wurden, um die digitale Entwicklung der Disziplin anhand von
Beispielen aus verschiedenen Ländern darzustellen. Es ist zu hoffen,
dass die Fallstudien eine Grundlage für eine Diskussion über Klassische
Archäologie in einer digitalen Welt bieten - Nutzen, Herausforderungen
und wohin die schnelle Entwicklung unsere Disziplin in Zukunft führen
könnte.
Eva Mol (Hrsg.),
Lisa Lodwick (Hrsg.)
Dieser kleine Band im Rahmen der AIAC-Aktens
ist das Ergebnis einer Podiumsdiskussion über Vielfalt in der
Klassischen Archäologie und kann als Aufruf und Pamphlet für mehr
Inklusivität und soziale Gerechtigkeit in diesem Bereich gelesen werden.
Angesichts der Bestürzung vieler über das anfänglich rein männlich
besetzte keynote panel der AIAC2018 zielte das Panel darauf ab, breitere
Fragen zur Diversität und Intersektionalität in der
griechisch-römischen Archäologie zu diskutieren. Als Archäologen haben
wir es zu einer unserer Hauptaufgaben gemacht, "die Menschen ohne
Geschichte" in den Vordergrund zu rücken und ein vielfältigeres Bild der
griechisch-römischen Vergangenheit zu zeigen. Warum spiegelt sich diese
Vielfalt dann nicht in der Disziplin selbst wider? Das rein männliche
Panel war symptomatisch für grundlegendere Probleme, unter denen die
Disziplin leidet, sowohl in Bezug auf das Geschlecht als auch in Bezug
auf die untrennbar damit verbundenen Fragen der whiteness, der Klasse
und des "Klassischen". Das AIAC-Panel erwies sich als konstruktiver und
ermächtigender Treffpunkt, auf dem wichtige Fragen der Ungleichheit und
Ungerechtigkeit diskutiert wurden, sowie die Fähigkeit der Disziplin,
sich auf eine selbstreflexivere und sozial engagierte Zukunft
zuzubewegen. Die Beiträge in diesem Band gelten als Spiegel dieser
fruchtbaren und andauernden Debatte, die hoffentlich zu mehr Bewusstsein
und mehr Dialog führen wird.
Michael Heinzelmann
(Hrsg.),
Martin Bentz (Hrsg.)
Wirtschaftliche Aspekte durchdringen alle
Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens in alten Gesellschaften,
sei es in der Stadtentwicklung, der Religion, der Kunst, dem Wohnen oder
dem Tod. Die Erforschung der antiken Wirtschaft spielt seit langem eine
wichtige Rolle in der Alten Geschichte. In den letzten Jahrzehnten ist
aber auch in der Archäologie zunehmend das Bewusstsein gewachsen, dass
die materielle Kultur alter Gesellschaften ausgezeichnete Möglichkeiten
bietet, die Struktur, Leistung und Dynamik alter Wirtschaftssysteme und
Wirtschaftsprozesse zu untersuchen. Hauptziel dieses Kongresses war es
daher, die Ökonomie als ein zentrales Element der klassischen
Gesellschaften zu verstehen und ihre Wechselwirkung mit ökologischen,
politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Hintergründen zu
analysieren. Das Thema des Kongresses richtete sich an alle Disziplinen,
die sich mit der griechisch-römischen Zivilisation und ihren
Nachbarkulturen von der ägäischen Bronzezeit bis zum Ende der Spätantike
befassen.
In diesem Sammelband widmen sich einzelne Beiträge der
Sessions 2 und 3 einerseits der Untersuchung natürlicher Umweltfaktoren –
Klima und Landschaft – als Einflüsse auf die antike Wirtschaft und
andererseits der Erforschung von Produktionssystem. Thematisch spannt
sich der Bogen von der Kontextualisierung des antiken Handwerks, über
Fragen zur Produktion von beispielsweise dekorativen Metallobjekten,
Glas, Porträtstatuen und Ziegeln, bis hin zur antiken Architektur und
dem damit verbundenen Bauwesen. Der zeitliche und topographische Rahmen
reicht vom mykenischen und archaischen Griechenland, über das
eisenzeitliche Süditalien und das hellenistisch-römische Sizilien sowie
Makedonien bis zum kaiserzeitlichen Spanien und Kleinasien.
Martin Bentz (Hrsg.),
Michael Heinzelmann (Hrsg.)
Wirtschaftliche Aspekte durchdringen alle
Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens in alten Gesellschaften,
sei es in der Stadtentwicklung, der Religion, der Kunst, dem Wohnen oder
dem Tod. Die Erforschung der antiken Wirtschaft spielt seit langem eine
wichtige Rolle in der Alten Geschichte. In den letzten Jahrzehnten ist
aber auch in der Archäologie zunehmend das Bewusstsein gewachsen, dass
die materielle Kultur alter Gesellschaften ausgezeichnete Möglichkeiten
bietet, die Struktur, Leistung und Dynamik alter Wirtschaftssysteme und
Wirtschaftsprozesse zu untersuchen. Hauptziel dieses Kongresses war es
daher, die Ökonomie als ein zentrales Element der klassischen
Gesellschaften zu verstehen und ihre Wechselwirkung mit ökologischen,
politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Hintergründen zu
analysieren. Das Thema des Kongresses richtete sich an alle Disziplinen,
die sich mit der griechisch-römischen Zivilisation und ihren
Nachbarkulturen von der ägäischen Bronzezeit bis zum Ende der Spätantike
befassen.
In diesem Sammelband behandeln einzelne Beiträge der
Sessions 4 und 5 Fragen zur Gewinnung von Ressourcen wie Metalle und
Marmor in der römischen Kaiserzeit und auch zur Distribution, zum Handel
und zu Netzwerken generell in der Antike. Thematisch reichen die
Untersuchungen von Handel und Kulturkontakten im eisenzeitlichen und
archaischen Mittelmeer, über griechisches und römisches Münzwesen, bis
hin zu römischen Handels- und Transportsystemen.
Martin Bentz (Hrsg.),
Michael Heinzelmann (Hrsg.)
Wirtschaftliche Aspekte durchdringen alle
Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens in alten Gesellschaften,
sei es in der Stadtentwicklung, der Religion, der Kunst, dem Wohnen oder
dem Tod. Die Erforschung der antiken Wirtschaft spielt seit langem eine
wichtige Rolle in der Alten Geschichte. In den letzten Jahrzehnten ist
aber auch in der Archäologie zunehmend das Bewusstsein gewachsen, dass
die materielle Kultur alter Gesellschaften ausgezeichnete Möglichkeiten
bietet, die Struktur, Leistung und Dynamik alter Wirtschaftssysteme und
Wirtschaftsprozesse zu untersuchen. Hauptziel dieses Kongresses war es
daher, die Ökonomie als ein zentrales Element der klassischen
Gesellschaften zu verstehen und ihre Wechselwirkung mit ökologischen,
politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Hintergründen zu
analysieren. Das Thema des Kongresses richtete sich an alle Disziplinen,
die sich mit der griechisch-römischen Zivilisation und ihren
Nachbarkulturen von der ägäischen Bronzezeit bis zum Ende der Spätantike
befassen.
Dieser Sammelband beinhaltet einzelne Beiträge der
Sessions 6, 7 und 8, die sich mit Fragen zu Konsum und Investitionen in
Alltag, Heiligtümern und urbanen Kontexten sowie mit Fragen zur Rolle
der Stadt in der antiken Wirtschaft auseinandersetzen.
Martin Bentz (Hrsg.),
Michael Heinzelmann (Hrsg.)
Wirtschaftliche Aspekte durchdringen alle
Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens in alten Gesellschaften,
sei es in der Stadtentwicklung, der Religion, der Kunst, dem Wohnen oder
dem Tod. Die Erforschung der antiken Wirtschaft spielt seit langem eine
wichtige Rolle in der Alten Geschichte. In den letzten Jahrzehnten ist
aber auch in der Archäologie zunehmend das Bewusstsein gewachsen, dass
die materielle Kultur alter Gesellschaften ausgezeichnete Möglichkeiten
bietet, die Struktur, Leistung und Dynamik alter Wirtschaftssysteme und
Wirtschaftsprozesse zu untersuchen. Hauptziel dieses Kongresses war es
daher, die Ökonomie als ein zentrales Element der klassischen
Gesellschaften zu verstehen und ihre Wechselwirkung mit ökologischen,
politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Hintergründen zu
analysieren. Das Thema des Kongresses richtete sich an alle Disziplinen,
die sich mit der griechisch-römischen Zivilisation und ihren
Nachbarkulturen von der ägäischen Bronzezeit bis zum Ende der Spätantike
befassen.
In diesem Sammelband behandeln einzelne Beiträge der
Sessions 11 und 12 zum einen digitale Themen wie computergestützte
Ansätze und 3D Dokumentation in Archäologie und Bauforschungen. Zum
anderen beinhalten die Studien Themen zu antiken Skulpturen sowie
Heiligtümern und den damit verbundenen Ritualen.
Zudem sind in
diesem Band die zahlreichen verschriftlichten Poster publiziert, die
während der Kongresswoche im Rahmen einer Postersession vorgestellt und
diskutiert wurden.
Alphabetical List of Open Access Monograph Series in Ancient Studies